Wie die 0,002%-Methode funktioniert
Bei der pauschalen 0,03%-Methode wird der Arbeitsweg unabhängig von der tatsächlichen Anzahl Pendel-Tage versteuert — Vollzeit-Pendler und Homeoffice-Worker zahlen dasselbe. Die Einzelbewertung kalibriert das:
0,002% × BLP × Entfernungs-km × Fahrtage
Statt mit 0,03% pauschal pro Monat wird also nur jede tatsächliche Fahrt versteuert. Maximal 180 Fahrten pro Kalenderjahr werden berücksichtigt — alles darüber kostet steuerlich nichts mehr.
Wann lohnt sich die 0,002%-Methode?
Mathematisch: bei weniger als 15 Fahrtagen pro Monat. Über das Jahr gerechnet ist die Einzelbewertung ab dem ersten Tag günstiger, sobald du im Schnitt unter 15 Tagen liegst. Typische Konstellationen:
- 2-3 Tage Office pro Woche → ca. 10-13 Tage/Monat → deutliche Ersparnis
- 1 Tag Office pro Woche → ca. 4-5 Tage/Monat → sehr große Ersparnis
- Vollzeit-Office mit 18+ Tagen/Monat → 0,03%-Pauschale ist günstiger
Konkrete Beispiele
| Konstellation | 0,03%-Pauschale | 0,002%-Einzelbewertung | Differenz/Jahr |
|---|---|---|---|
| BLP 45k, 30 km, 8 Fahrtage | 405 €/M | 216 €/M | −2.268 € |
| BLP 45k, 30 km, 12 Fahrtage | 405 €/M | 324 €/M | −972 € |
| BLP 45k, 30 km, 16 Fahrtage (>15) | 405 €/M | 405 €/M* | ≈ 0 € |
| BLP 45k, 50 km, 6 Fahrtage | 675 €/M | 270 €/M | −4.860 € |
* Bei ≥15 Fahrtagen lohnt die Einzelbewertung nicht mehr (Faustregel — praktisch wird Cap auf 15 begrenzt).
Methodenwahl-Tipps
- Recht der Wahl ist beim Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber muss die Methode anwenden, die du angibst.
- Wechsel nur zum Jahreswechsel. Im laufenden Jahr ist ein Wechsel ausgeschlossen.
- Aufzeichnungspflicht: Du musst Datum jeder Office-Anwesenheit dokumentieren — z.B. mit Kalender oder Zeiterfassung.
- Cap auf 180 Fahrten/Jahr: Mehr werden nicht versteuert. Wer über das Jahr regelmäßig 18 Tage/Monat ins Büro fährt, kommt auf 216 — das wird auf 180 gedeckelt.
Steuererklärung & Praxis
In der Lohnabrechnung wird oft pauschal mit 0,03% gerechnet. Du kannst aber bei der Einkommensteuer-Erklärung rückwirkend zur Einzelbewertung wechseln — vorausgesetzt du kannst die tatsächlichen Fahrtage nachweisen. Die Differenz wird dann erstattet (Anlage N, Zeile „Geldwerter Vorteil").
Schnellberechnung
Mit Homeoffice (10 Fahrtage/Monat)
Geldwerter Vorteil pro Monat
720,00 €
1%-Regel (Verbrenner) · 0,002%-Einzelbewertung
- Privatnutzung:
- 450,00 €
- Arbeitsweg:
- 270,00 €
Vollständige Analyse mit TCO-Vergleich: Hauptrechner →
Häufige Fragen
Wann gilt der Cap auf 180 Fahrten?
Wenn du im Jahr mehr als 180 Tage ins Office fährst, werden alle weiteren Fahrten steuerlich nicht angesetzt. Das ist die Obergrenze der Einzelbewertung — auch ein Vorteil gegenüber der monatlichen Pauschale.
Muss ich Office-Tage täglich dokumentieren?
Ja — z.B. mit Outlook-Kalender, Zeiterfassung oder einem einfachen Anwesenheitsplan. Die Aufzeichnung muss zum Zeitpunkt der Fahrt entstehen, nicht nachträglich.
Was zählt als Office-Fahrt?
Jede Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte (= dem im Arbeitsvertrag festgelegten Hauptarbeitsort). Kundenbesuche oder Außendiensttermine zählen NICHT — die werden separat als Geschäftsfahrten erfasst.
Wechselt der Arbeitgeber die Methode automatisch?
Nein. Du musst den Wechsel aktiv beim Arbeitgeber beantragen — schriftlich oder per Personalsystem. Ohne Antrag bleibt die 0,03%-Pauschale bestehen.
Was bei einem Dienstwagen-Wechsel?
Beim Fahrzeugwechsel ist auch ein Methodenwechsel möglich — nicht nur zum Jahreswechsel. Praxis-Tipp: Beim Antritt eines neuen Dienstwagens immer Methodenwahl prüfen.