1%-Regelung Dienstwagen — die Pauschalwertmethode 2026

Die 1%-Regel ist die einfachste Methode zur Versteuerung der Privatnutzung. Verstehen, was wirklich rein zählt — und was häufige Fehler in der Lohnabrechnung sind.

Standard-Satz

1,0%

Verbrenner & nicht-begünstigte Hybride

Reduziert

0,5%

Hybrid (begünstigt), E-Auto > 100k €

Geviertelt

0,25%

E-Auto bis 100k €

Wie die 1%-Regel funktioniert

Die Pauschalwertmethode unterstellt eine private Mitnutzung des Dienstwagens — unabhängig vom tatsächlichen Umfang. Der monatliche Wert beträgt:

1% × Bruttolistenpreis (BLP)

Hinzu kommt der Arbeitsweg-Zuschlag mit 0,03% × BLP × Entfernungs-Kilometern pro Monat (oder alternativ die 0,002%-Einzelbewertung bei seltenen Fahrten).

Was ist der Bruttolistenpreis (BLP)?

Der BLP ist der unverbindliche Listenpreis (UVP) zur Erstzulassung — inklusive aller ab Werk verbauten Sonderausstattung und Umsatzsteuer. Was viele falsch machen:

  • NICHT der Kaufpreis. Auch große Rabatte ändern den BLP nicht.
  • NICHT der Restwert nach Leasing-Ende.
  • Nachträgliche Sonderausstattung erhöht den BLP NICHT — sie wird einmalig versteuert.
  • BLP ist konstant über die gesamte Nutzungsdauer — keine jährliche Anpassung.

Was zählt zum BLP?

Alle ab Werk verbauten Ausstattungsmerkmale: Navi, Lederausstattung, Anhängerkupplung, Soundsystem, Felgen, Lackierung, Assistenz-Pakete. Auch Sondermodelle mit höherem Listenpreis als das Basismodell.

Nicht zum BLP zählen: Überführungs- und Zulassungskosten, Treibstoff ab Werk, externe Anbauten (z.B. nachträglich montierter Dachträger).

Beispiel-Rechnungen

KonstellationBLPPrivatnutzung+Arbeitsweg (20 km)Gesamt/Monat
Verbrenner (1%-Regel)45.000 €450 €270 €720 €
Plug-in-Hybrid begünstigt (0,5%)60.000 €300 €180 €480 €
E-Auto bis 100k € (0,25%)50.000 €125 €75 €200 €
E-Auto über 100k € (0,5%)110.000 €550 €330 €880 €

Häufige Fehler in der Lohnabrechnung

  • BLP zu niedrig angesetzt — Sonderausstattung wird „vergessen". Bitte abgleichen mit dem Kaufvertrag.
  • Falsche Regel angewendet — z.B. 1% bei einem E-Auto unter 100k €. Hier 0,25% durchsetzen.
  • Plug-in-Hybrid ohne Voraussetzungen-Check — viele ältere Hybride erreichen die 80-km-Grenze nicht und müssten mit 1% versteuert werden.
  • Zuzahlungen nicht berücksichtigt — pauschale Nutzungsentgelte mindern den geldwerten Vorteil bis auf null.

Schnellberechnung

1%-Regel berechnen

45.000 €
20 km
20 Tage

Geldwerter Vorteil pro Monat

720,00 €

1%-Regel (Verbrenner) · 0,03%-Pauschale

Privatnutzung:
450,00 €
Arbeitsweg:
270,00 €

Vollständige Analyse mit TCO-Vergleich: Hauptrechner →

Häufige Fragen

Wann lohnt sich die 1%-Regel?

Bei einem Privatfahrten-Anteil von mehr als 30-40% und/oder hohem Aufwand für ein Fahrtenbuch. Auch bei häufigen kurzen Privatfahrten ist die 1%-Regel meist günstiger.

Kann ich zwischen 1%-Regel und Fahrtenbuch wechseln?

Ja, aber nur zum Jahreswechsel und nur bei einem Fahrzeugwechsel. Innerhalb eines Kalenderjahres ist kein Wechsel möglich.

Was ist mit Tagessätzen für gelegentliche Nutzung?

Bei sehr seltener Nutzung kann der Arbeitgeber stattdessen einen Tagessatz von 0,033% des BLP pro tatsächlicher Nutzung ansetzen. Das ist aber selten praktikabel.

Was zählt eigentlich als Privatnutzung?

Jede Fahrt, die nicht beruflich oder dienstlich veranlasst ist — inkl. Wochenend- und Urlaubsfahrten. Der Arbeitsweg wird separat über den 0,03%-Zuschlag erfasst.

Was bei einem Dienstwagen-Wechsel im Jahr?

Ratierliche Versteuerung: Pro Monat wird das jeweils aktuelle Fahrzeug mit der entsprechenden Regel berechnet. Beim Wechsel mitten im Monat: das teurere Fahrzeug zählt.

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